Karlstraße 3
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Monika Vesting

1957 in Blomberg/Lippe geboren. Gemalt, Knopfkisten von Oma sortiert und Blumen, Schnecken und Muscheln gesammelt, Design studiert. Lebe, liebe und arbeite seit 1975 in Bielefeld

Vom Dasein der Dinge
Zu meiner Arbeit, der Archäologie des Alltags

Monika Vesting bei der Arbeit in ihrem AtelierIch suche nicht, ich finde. Der Anfang meiner Arbeit ist die Begegnung mit den Dingen: überall im Alltag, auf Dachböden, in Kellern, im Haushalt und in der Arbeitswelt entdecke ich vergessene und ausrangierte Gegenstände, die mich in ihrer sinnlichen Präsenz inspirieren. Das Finden verlangt die Fähigkeit, vom Gebrauchsaspekt des Gegenstandes, dem Nutzen oder der konventionellen Funktion abzusehen. Aus seinem Umfeld isoliert entwickelt das Fundstück ein Eigenleben: seine Schönheit in Material und Form wird sichtbar, es entfaltet seine Poesie und darf ein zweites Leben beginnen: der Betrachter kann es neu entdecken. Nach dem Finden sammle ich: ich isoliere die Fundstücke aus ihrer gewohnten Umgebung und trage sie in mein Atelier. Dort lasse ich sie sich vermehren – es entsteht eine Menge! Meine gestalterische Arbeit ist, ihnen einen neuen Rahmen zu geben; selbst gebaut oder ein weiteres Fundstück: eine alte Schublade, eine ausrangierte Kiste. Bei der Herstellung meiner Objekte lebe ich aus der Fülle und arbeite mit Prinzipien der Ansammlung, Reihung, Wiederholung. Ich habe einen ordnenden Blick und gebe den Gegenständen Zusammenhang und Rhythmus. Aus dem Zusammensetzen des Vielen entsteht eine Einheit, die aus Vielfalt besteht. Wenn ich dem Betrachter damit Einblicke in eine andere Welt öffne, sinnliche Erfahrung, Neugier, Erinnerung, ein „Deja-vu“ oder ein Schmunzeln entlocke, habe ich gute Arbeit geleistet.